Der richtige Ton macht die Musik: Warum die Pfeife im Dummytraining dein bester Freund ist
Der richtige Ton macht die Musik:
Warum die Pfeife im Dummytraining dein bester Freund ist
Immer wieder werde ich gerade in den ersten Trainingsstunden beim Dummytraining gefragt, welchen Pfiff man nehmen soll und ob ich ein paar Beispiele hätte.
Die Antwort: Ja, klar!
Als kleine Inspiration habe ich dir übrigens unter folgendem Link einige Beispiele abgelegt, wie das Ganze klingen kann: Google Drive - Pfiffe
Welche Pfeife ist die richtige?
In meinem Dummytraining haben sich die ACME-Pfeifen (211,5 oder 210,5) bewährt. Die Field Trial Hundepfeife No. 212 wird ebenfalls gern angewendet. Wichtig ist nicht nur das Modell, sondern vor allem dein "Sound". Deshalb sollte man üben, bevor man mit dem Hund die Pfiffew aufbaut und ihnen damit ein Signal zuordent.
Trockenübungen:
Das Konzert im Auto
Die beste Zeit zum Üben ist, wenn du allein im Auto sitzt. Hier kannst du nach Herzenslust trillern und stoppen. Wenn dich die anderen Autofahrer an der Ampel irritiert anschauen, während du hochrot pfeifend am Steuer sitzt: Lächle einfach nett. Die halten dich vielleicht für einen sehr engagierten Hobby-Schiedsrichter, aber dein Hund wird es dir später danken!
Zusatz-Tipp: Nimm dein Pfeifen mal mit dem Handy auf. Es ist am Anfang oft seltsam, sich selbst zu hören, aber so merkst du schnell, ob deine Pfiffe wirklich "sauber" sind und – ganz wichtig – ob sie jedes Mal möglichst gleich klingen.
Die Nuancen: Was willst du dem Hund "sagen"?
Ein Pfiff ist nicht einfach nur ein Signal, er transportiert eine Stimmung. Stell dir beim Blasen immer vor, was du dem Hund gerade eigentlich zurufen würdest:
- Der Stopp-Pfiff (Sitz): Er sollte muss kurz, knackig und prägnant sein – z.B. wie ein scharfes "Stop!".
- Der Hier-Pfiff (Rückruf): Er sollte wie ein freudiges, motivierendes "Komm her!" klingen. Z.B. mehrere, kurze Töne hintereinander, die Einladung zur Party.
- Die kleine Suche (Suchenpfiff): Gut ist ein rhythmisches Signal, das übersetzt bedeutet: "Und jetzt Nase runter und suchen, suchen, suchen!".
- Die große Suche (Suchenverloren): Hier wird es ruhig und langgezogen. Es sollte klingen wie die "große Weite". Hier nutzt man entweder ein Wort (Such, Suchverloren o.ä.) oder einen entsprechenden Pfiff.
Die Blastechnik: Zunge statt Lunge
Die Pfeife ist ein Präzisionswerkzeug. Einfach nur "reinpusten" reicht nicht aus. Die Art und Weise, wie du die Luft dosierst, bestimmt die Klarheit:
- Die Zunge als Stopper: Nutze die Zungenspitze, um den Luftstrom präzise zu kappen. Tippe sie kurz von innen gegen das Mundstück. Das verhindert, dass der Ton "ausfranst". Ein sauberer Cut signalisiert: „Jetzt. Hier. Stopp.“
- Fest vs. Leicht: Blase fest für Signale auf Distanz und sanft, wenn der Hund nah bei dir ist.
- Der Wellenton: Wenn du rhythmisch zwischen festem und leichtem Blasen wechselst, erzeugst du einen Wellenton, der sanft auf und ab geht – ideal, um den Hund in der Suche zu halten, ohne ihn zu erschrecken.
- Der Anstieg: Du kannst auch erst leicht beginnen und dann den Druck verstärken, sodass der Ton "hinten raus" nach oben geht. Das wirkt oft sehr aufmerksamkeitssteigernd und fordernd.
Fazit
Ein Pfiff ist ein Signal, dass klar und immer identisch klingen sollte. Nutze die Zeit im Auto, nimm dich selbst mal auf und finde deinen Rhythmus. Es lohnt sich!

