FAQS
Du hast Fragen? Ich helfe Dir gern weiter.
FAQS
Du hast Fragen? Ich helfe Dir gern weiter.
Dummytraining
-
Was ist Dummytraining eigentlich?
Ursprünglich als Ersatz für die Jagd mit echtem Wild entwickelt, ist Dummytraining heute ein beliebter Hundesport.
Dabei werden Dummys (gefüllte Leinbeutel) verwendet, um jagdliche Situationen zu simulieren.
Es geht um das Zusammenspiel von Mensch und Hund, Präzision, Steadiness (Standruhe) und natürlich die Freude am Apportieren..
-
Fördert Dummytraining den Jagdtrieb?
Im Gegenteil: Es hilft, den Jagdtrieb zu kontrollieren. Der Hund lernt, dass er nur jagen (apportieren) darf, wenn du es erlaubst. Er lernt, sich auch bei fliegenden Objekten zu beherrschen und auf deine Signale zu achten. Viele Halter berichten, dass ihre Hunde bei Wildbegegnungen im Alltag ansprechbarer werden, weil sie durch das Training gelernt haben, mit ihrem Menschen zusammenzuarbeiten.
-
Brauche ich dafür einen Jagdschein?
Nein. Dummytraining ist ein reiner Freizeitsport (oder Turniersport), der völlig ohne echtes Wild auskommt. Es ist die perfekte Auslastung für Familienhunde, die gerne ihre Nase und ihren Kopf einsetzen.
-
Ist mein Hund für Dummytraining geeignet?
Obwohl Retriever (wie Golden oder Labrador Retriever) die Spezialisten für diesen Job sind, kann fast jeder Hund Dummytraining lernen, der gerne Dinge trägt. Wichtig ist, dass der Hund körperlich fit ist und Spaß an der Zusammenarbeit mit seinem Menschen hat.
-
Welche Grundvoraussetzungen sollte mein Hund mitbringen?
Bevor wir mit den fliegenden Beuteln starten, sollte die Basis stimmen.
1. Körperliche Voraussetzungen
Dummytraining kann körperlich fordernd sein.
Gelenkgesundheit: Da der Hund oft abrupt stoppt, schnell wendet oder über unebenes Gelände sprintet, sollten Hüften (HD) und Ellbogen (ED) gesund sein.
Kondition & Alter: Welpen sollten nur spielerisch und sehr kurz herangeführt werden. Mit dem intensiven Training beginnt man meist erst, wenn der Hund körperlich weitgehend ausgereift ist (ca. 10–12 Monate).
Sinnesleistungen: Eine gute Nase ist Pflicht, aber auch das Sehvermögen spielt eine Rolle, um die Flugbahn des Dummys (die „Markierung“) zu verfolgen.
2. Der „Will to Please“ und Apportierfreude
Dummytraining basiert auf Kooperation. Ein Hund, der nur für sich jagt, wird beim Dummy-Sport wenig Freude (an der Zusammenarbeit) haben.
Apportierlust: Dein Hund sollte eine natürliche Neigung haben, Gegenstände ins Maul zu nehmen und zu tragen.
Weiches Maul: Idealerweise knautscht der Hund nicht auf dem Dummy herum, sondern hält ihn fest, aber sanft.
Konzentrationsfähigkeit: Der Hund muss lernen, auch bei Ablenkung (andere Hunde, fliegende Dummys) ruhig abzuwarten, bis er an der Reihe ist.
3. Grundgehorsam (Die Basis)
Ohne eine solide Basis im Gehorsam wird das Training schnell chaotisch. Folgende Signale sollten sitzen, bzw. im Ansatz vorhanden sein
Sitz
Der Hund muss ruhig neben dir sitzen (Steadiness), während Dummys fliegen oder Schüsse fallen.
Rückruf
Das zügige Zurückkommen nach dem Aufnehmen des Dummys ist essenziell.
-
Ab welchem Alter kann ich mit meinem Hund starten?
Man kann spielerisch schon im Welpenalter beginnen (z.B. mit leichten Welpendummys und ganz kurzen Einheiten). Ernsthaftes Training mit Distanzen und schweren Dummys sollte erst beginnen, wenn der Hund körperlich weitgehend ausgewachsen ist – meist ab etwa 6 bis 9 Monaten.
-
Brauche ich einen Trainer oder kann ich mir das selbst beibringen?
Man kann vieles über Bücher oder Online-Videos lernen.
Allerdings schleichen sich oft kleine Fehler ein (z.B. falsche Körpersprache), die später schwer zu korrigieren sind.
Ein Besuch in einer Hundeschule oder einem Verein ist besonders am Anfang empfehlenswert, um die Signale sauber aufzubauen.
-
Was ist der Unterschied zwischen Einzel- und Gruppentraining?
Beides hat seine Vorteile und sollte idealerweise kombiniert werden:
• Einzeltraining: Du kannst dich voll auf die Technik deines Hundes konzentrieren und Ablenkungen minimieren. Perfekt, um neue Signale aufzubauen.
• Gruppentraining: Hier lernt der Hund die wichtigste Lektion: Warten. Er muss zusehen, wie andere Hunde arbeiten, ohne selbst einzuspringen. Das fördert die Impulskontrolle massiv.
-
Kleines Dummy-Lexikon: Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt
Damit du im Training und auf dem Platz direkt mitreden kannst, findest du hier die wichtigsten Fachbegriffe auf einen Blick:
• Markierung: Der Hund sieht das Dummy fliegen und landen. Er muss sich die Fallstelle merken, auf Signal direkt dorthin laufen und das Dummy holen.
• Einweisen: Der Hund hat nicht gesehen, wo das Dummy liegt. Du „fernsteuerst“ ihn mit Handzeichen und Pfeife präzise zum Ziel.
• Verlorensuche: Der Hund bekommt ein bestimmtes Gebiet zugewiesen, das er eigenständig mit der Nase nach einem oder mehreren Dummys absuchen soll.
• Steadiness (Standruhe): Die Königsdisziplin. Der Hund wartet geduldig und konzentriert an deiner Seite, auch wenn um ihn herum Dummys fliegen oder andere Hunde arbeiten.
• Blind: So nennt man ein Dummy, das der Hund nicht hat fallen sehen. Er muss sich beim Suchen ganz auf deine Anweisungen verlassen.
• Suchenpfiff: Ein kurzes, meist trillerndes Pfeifsignal. Es sagt dem Hund: „Du bist jetzt ganz nah am Dummy, such genau hier im Umkreis mit der Nase.“
• Stopp-Pfiff (Sitz-Pfiff): Das Signal, bei dem der Hund auf Distanz sofort anhält, sich setzt und dich anschaut, um auf das nächste Kommando zu warten.
• Einspringen: Ein häufiger Trainingsfehler, bei dem der Hund ohne dein Kommando losrennt, sobald das Dummy fliegt. Ziel des Trainings ist es, genau das zu verhindern.
• Abgabe: Das Ende des Apports. Der Hund sollte das Dummy im Idealfall sitzend direkt in deine Hand legen, ohne es vorher fallen zu lassen.
• Geländeübergang: Wenn der Hund auf dem Weg zum Dummy verschiedene Untergründe überwinden muss (z. B. von der Wiese in den Wald oder über einen Graben). Das erfordert viel Mut und Fokus.
• Memory: Eine fortgeschrittene Markierung. Das Dummy wird geworfen, aber der Hund wird erst nach einer Wartezeit oder nachdem er eine andere Aufgabe gelöst hat, dorthin geschickt.
Weitere Begriffe findest Du im Dummy ABC erklärt

