Dummytraining im Schnee?
Dummytraining im Schnee?
Heute wurde ich von einer Kollegin gefragt, ob ich bei diesem Wetter überhaupt Dummytraining anbiete oder selbst trainiere. Meine Antwort: Solange es wettertechnisch für Hund und Mensch machbar ist, stehe ich im Gelände. Für mich gibt es nur schlechte Ausrüstung, kein schlechtes Wetter! 😉
Aber zurück zur Frage:
Schnee ist für mich kein Grund, einen Termin ausfallen zu lassen. Es gilt lediglich, die besonderen Bedingungen zu berücksichtigen, denn Schnee bringt in der Dummyarbeit einige Faktoren mit sich, die man auf dem Schirm haben muss.
Zuerst einmal sollte die eigene Kleidung warmhalten – logisch. Aber auch für unsere Hunde ist die Kälte eine Herausforderung, weshalb wir ihre Bedürfnisse immer im Blick behalten müssen. Abgesehen von der Ausrüstung haben die veränderten Bedingungen direkten Einfluss auf die Arbeit:
Die Herausforderung im Schnee
𝐒𝐢𝐭𝐳-𝐏𝐨𝐬𝐢𝐭𝐢𝐨𝐧:
Möglicherweise sitzt Dein Hund nicht gern im Schnee oder neigt zu einer Wasserrute. Das kann bedeuten, dass er die Grundposition oder das Stopp-Signal nicht wie üblich umsetzt.
𝐃𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐧𝐞𝐞𝐡ö𝐡𝐞:
Bei wenigen Zentimetern ist das Dummy durch den Kontrast oft gut sichtbar. Liegt der Schnee jedoch höher als der Durchmesser des Dummys, versinkt es komplett. Wenn es beim Landen kaum rollt oder springt, verteilen sich kaum Geruchspartikel in der Umgebung.
𝐌𝐚𝐭𝐞𝐫𝐢𝐚𝐥:
Klassische Stoffdummys werden schnell klamm oder gefrieren. Das kann für den Hund an Zähnen und Fang unangenehm sein.
𝐋𝐢𝐜𝐡𝐭𝐯𝐞𝐫𝐡ä𝐥𝐭𝐧𝐢𝐬𝐬𝐞:
Die Reflexion der Sonne auf dem Schnee kann extrem intensiv sein und Hund & Halter blenden.
𝐎𝐩𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐒𝐢𝐠𝐧𝐚𝐥𝐞:
Helle Kleidung oder weiße Einweisekarten sind vor dem weißen Hintergrund schwer zu erkennen.
𝐒𝐢𝐜𝐡𝐭𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞:
Starker Schneefall erschwert die Sicht auf große Distanzen für beide Seiten.
𝐎𝐫𝐢𝐞𝐧𝐭𝐢𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠:
Eine einheitlich weiße Fläche lässt markante Geländepunkte verschwinden, was das Einschätzen von Entfernungen schwierig macht.
Den Schnee als Chance Nutzen
Für mich sind diese Bedingungen kein Hindernis, sondern eine Chance, gezielt zu üben. Schließlich sollen unsere Hunde lernen, in jedem Gelände zurechtzukommen.
So nutze ich den Schnee:
𝐑ü𝐜𝐤𝐬𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐚𝐮𝐟 𝐝𝐚𝐬 "𝐒𝐢𝐭𝐳":
Wenn der Hund nicht im Schnee sitzen kann oder mag, erzwinge ich es nicht. Bei Hunden mit schwacher Impulskontrolle vermeide ich in dieser Zeit Übungen, die ein striktes Sitzen erfordern, bis die Bedingungen wieder passender sind.
𝐕𝐚𝐫𝐢𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐒𝐜𝐡𝐧𝐞𝐞𝐡ö𝐡𝐞:
Bei niedrigem Schnee:
Ich verdecke Dummys gezielt mit Schnee, damit sie mit der Umgebung verschmelzen. So muss der Hund seine Nase extrem präzise einsetzen. Alternativ nutze ich den starken Kontrast der Dummys auf dem Weiß für Markierübungen auf Distanz.
Bei hohem Schnee:
Er eignet sich hervorragend, um die Markierfähigkeit auszubauen oder Hunde in der Suche "klein" zu halten (da schnelles Rennen kaum möglich ist). Hier helfen weiße Socken über dem Dummy oder weiße Kunststoffdummys, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.
𝐌𝐚𝐭𝐞𝐫𝐢𝐚𝐥𝐰𝐚𝐡𝐥:
Gegen gefrorene Dummys hilft ein regelmäßiger Tausch gegen trockene Exemplare oder der Wechsel auf Kunststoff- bzw. Wasserdummys.
𝐋𝐢𝐜𝐡𝐭𝐦𝐚𝐧𝐚𝐠𝐞𝐦𝐞𝐧𝐭:
Bei Sonne arbeite ich mit dem Licht im Rücken oder von der Seite. Wird es zu extrem, weiche ich in den schützenden Wald aus.
𝐊𝐨𝐧𝐭𝐫𝐚𝐬𝐭𝐫𝐞𝐢𝐜𝐡𝐞 𝐇𝐢𝐥𝐟𝐬𝐦𝐢𝐭𝐭𝐞𝐥:
Ich trage dunkle Kleidung und nutze gelbe oder – noch besser – blaue Einweisekarten. Blau und Gelb können Hunde aufgrund ihres Farbspektrums auf besonders gut wahrnehmen.
𝐃𝐢𝐬𝐭𝐚𝐧𝐳𝐚𝐧𝐩𝐚𝐬𝐬𝐮𝐧𝐠:
Je nach Intensität des Schneefalls reduziere ich die Distanzen, damit die optische Kommunikation zwischen mir und dem Hund sichergestellt bleibt.
𝐑ä𝐮𝐦𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐬 𝐃𝐞𝐧𝐤𝐞𝐧:
Die vermeintlich orientierungslose Fläche schult Hund und Halter darin, Entfernungen ohne optische Ankerpunkte einzuschätzen.
Letztlich zeigt uns der Winter, wie anpassungsfähig wir und unsere Hunde sein können. Wer die Besonderheiten des Schnees beachtet und das Training kreativ anpasst, wird mit einem Hund belohnt, der auch unter schwierigen Bedingungen konzentriert und mit Freude bei der Sache ist.
Also: Packt euch warm ein und nutzt die weiße Pracht für neue Trainingsreize! ❄️☀️🐕
Eure Jennifer
🌳🌲&🐕 - Hundetraining
𝐇𝐢𝐧𝐰𝐞𝐢𝐬:
Diese Ideen sind persönlichen Anregungen. Jedes Team sollte individuell entscheiden, was bei diesen Bedingungen sinnvoll ist, ob und wie man im Schnee trainieren möchte.











